Deutsche Seniorenmeisterschaft 2021

Deutsche Seniorenmeisterschaften in Magdeburg

Aus der Schachabteilung der Möllner SV nahmen zwei Spieler bei den deutschen Seniorenmeisterschaften 50+ teil. Gespielt wurde vom 23.07. – 31.07.2021 im Maritim Hotel Magdeburg. Durch die großen Räume war genügend Platz vorhanden, um die entsprechenden Auflagen zu erfüllen. Am Ende erspielte sich Wolfgang Krüger mit 5,5 aus 9 Punkten Platz 18 (von 68). Jan Laue erreichte in dem starken Feld sehr gute 2,5 Punkte und Platz 66. Bei der am 26.07.2021 ausgetragenen Blitzmeisterschaft (50+) spielte Wolfgang ebenfalls mit und landete nach 13 Runden mit 6,5 Punkten auf Platz 23 (bei 47 Teilnehmer/-innen). Die Bilder wurden freundlicherweise von Jan und Wolfgang zu Verfügung gestellt.

Strenglin 2021

Es klappert in der Mühle bis spät in die Nacht, Schachmatt…..

Zu Gast beim Möllner Schachseminar in der Strengliner Mühle !

Wer kennt es nicht mehr, als alte Volkslied, „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp.“ ? Nun, klappern tun in der Strengliner Mühle, nach dem Abriss der eigentlichen Windmühle im Jahr 1937, dieses Wochenende nur noch die Schachfiguren auf ihrem Weg den wohl vermeintlich besten, schnellsten und effektivsten Zug zu finden um den gegnerischen König möglichst leise ins Schachmatt zu befördern.

Zum 6. Mal findet das Schachseminar des Möllner Schachvereins in dieser malerischen wunderschönen Umgebung statt. Die Organisatoren Mike Schlüter und Wolfgang Krüger haben also nicht zu viel versprochen, als sie uns in der Vergangenheit von diesem tollen Ort vorschwärmten. Mit Urlaubslaune und Wellnessgedanken im Kopf checken wir, die Neulinge auf diesem Seminar und Gäste aus Kiel, voller Vorfreunde, ein. Noch angetan von dem sehr netten Empfang und den vorzüglichen Zimmern erreichen wir einen Ort, der so in einem Märchen wohl nicht vorgesehen ist, den Tagungsraum……

Sofort sind wir hellwach. Beamer, Stellwände mit Plänen, Schachbretter, Uhren und jede Menge Kisten mit vielen Zetteln erwarten uns. Der Raum wurde bereits von Seminarleiter Wolfgang und seinen Helfern perfekt vorbereitet.

Einige erfahrene Seminarteilnehmer des Möllner SV sind schon da und haben nur ein Lachen auf ihrem Gesicht, als wir nach einer vorgesehenen Zeit für die Nutzung von Strandkorb, Wellnessbereich und Wanderpfad fragen.

Wir werden sofort nett aufgenommen und spätestens die Einteilung der „Arbeits-Pärchen“ für das Wochenende lässt uns und die anderen Gäste und Neulinge des Seminars vergessen, dass wir das erste Mal dabei sind.

Zum Ankommen und Warmwerden erarbeiten wir in Zweiergruppen die verschieden Mattbilder. Es wird gegrübelt, diskutiert und probiert.

Ich stelle fest, Schach ist so vielseitig wie die Menschen selbst, es gibt so unzählig viele Möglichkeiten.

Ein paar Minuten später wird klar, dass sich diese Erkenntnis auch auf die Essenliste, die sich seitdem wie ein roter Faden durch das Seminar zieht, übertragen lässt.

Eigentlich ist es ganz einfach, es gibt eine Suppe, dann wählt man aus 3 Hauptgerichten, vorzugsweise indem man einen Strich hinter das jeweilige Gericht setzt, und zum Schluss informiert der Zettel was es zum Nachtisch gibt.

Wie das liebe geduldige Personal unsere zurückgegebene Essenliste zu jeder Mahlzeit entziffern und umsetzen kann, bleibt wohl deren Geheimnis und ist sicher auf deren Kompetenz und Erfahrung zurückzuführen.

Denn anstatt einen Zettel mit 15 Strichen verteilt auf die 3 Hauptgerichte, erhält die Küche ganz „schachgemäß“ einen vollständigen Analysebogen zurück, auf dem notiert ist, welche Möglichkeiten es noch geben würde. „Nein“ zur Suppe, Suppe mit und ohne Sahne oder lieber einen Vorspeisensalat, einen Salat als Hauptgericht, gar keinen Nachtisch oder einen anderen als den, der vorgesehen ist, und nicht zuletzt besondere Ernährungsformen und Allergien. Alles in einem gibt es für 15 Teilnehmer also mal 12 Essen und mal 17 oder so…. Es werden am Ende aber immer alle glücklich und zufrieden satt. Mein tiefer Respekt und Anerkennung gehen an dieser Stelle ganz klar an die Küche der Strengliner Mühle.

Zurück zum Seminar.

Wir haben uns bisher mit Mattbildern, Matt in 1 Aufgaben, verschiedenen Endspielen und anderen Grundlagen beschäftigt. Besonders schön ist die Arbeit in den kleinen Zweiergruppen, in denen der eine vom anderen profitieren kann und/oder der Spielstärkere dem Schwächeren sein Wissen weitergeben kann.

Wenn man sich mit seinem Kaffeebecher zurücklehnt und den Gesprächen an den anderen Tischen lauscht, spürt man den Elan, die Motivation, den Austausch unterschiedlichster Lösungsansetze sowie den Eifer und die Spannung.

Es passt einfach alles zusammen. Der Ort, der Trainer und die bunt gemischte Truppe an Teilnehmern.

Das für nach dem Essen angesetzte Blitzturnier muss zunächst dem Wissendurst der Teilnehmer weichen, denn alle möchten unbedingt weiter lernen und arbeiten.

Und so klappern die Figuren im anschließenden „Spätblitzturnier“ bis tief in die Nacht. „Klein-Levi“ weiß leider noch nicht wie sich ein ordentlicher Gast benimmt und stielt den Eingesessenen den Sieg im Blitzturnier. Er gibt dabei nur einen halben Punkt gegen Trainer Wolfgang ab.

Nach einem ausgiebigen Frühstück startet der nächste Tag.

Bauernendspiele, Turmendspiele, Schutz und Sicherheit des Königs.

Dazwischen immer das lustige Spiel „Finde des besten Zug“ bei dem ein paar Züge einer Partie gezeigt werden, dann stoppt die Vorführung und jeder muss für sich entscheiden wie es weiterginge. Und natürlich ist es doch klar, dass der eigene gefundene Zug der beste sein muss. Für diesen gäbe es denn 3 Punkte, wenn es denn tatsächlich der beste Zug wäre. Während in den ersten Runden noch demütiges Nicken und Verständnis angesagt ist, wird spätestens am Sonntag hitzig diskutiert. Der Wettbewerbscharakter ist durchgebrochen und jeder hat den Ehrgeiz bei diesem Spiel zu Punkten. Am Ende gewinnt ironischer Weise, ganz passend zu dem verrückten Wochenende, Maximilian die kleine Schokoladentorte nebst Pralinen, die er natürlich nicht isst und sie deshalb gerne weiterreicht. Aber die Ehre für die meisten gefunden besten Züge gebührt ihm ganz alleine.

Läufer gegen Springer, Dame gegen Turm, isolierte Bauern und Schlüsselfelder. Nein, wir spielen auch nach dem Essen in dieser märchenhaften Umgebung nicht das Brettspiel „Sagaland“, in dem es um Märchen geht. Wir möchten immer noch besser im Spiel der Könige werden und trainieren unermüdlich weiter. Und dazu muss erwähnt werden, dass Wolfgang wirklich auf alles und jeden vorbereitet ist, die schnellen Schüler, die alle Zettel förmlich verschlingen, die Starken und die Schwächeren. Jeder bekommt genau was er braucht und kann in seinem Tempo arbeiten und lernen. Und ebenfalls sollte gesagt werden das Mike und Wolfgang dies ehrenamtlich in ihrer Freizeit tun, einfach weil sie Spaß daran haben.

Mit dem Abendessen geht es zum gemütlichen Teil über. Die einen spielen Schach, die anderen Skat, eine weitere Gruppe analysiert die letzte „Finde den richtigen Zug“- Partie oben im Seminarraum und einige nutzen die Zeit zum Ausruhen und Kraft tanken für den nächsten Tag.

Wer jetzt denkt wir spielen Kneipenskat, der kennt die Möllner aber schlecht, denn natürlich wird nach den Regeln der Skatliga gespielt. Mit 18, 20, Mist, verloren startet mein Abend und ich kann auch hier insbesondere von Skatbruder Friedrich sehr viel lernen. Die erste Runde geht ganz klar an ihn und ich übernehme artig, wie es sich gehört für einen Gast, hinter Andreas, den letzten Platz. In der zweiten Runde mit Friedrich und Jan am Tisch läuft es etwas besser, wobei kein Weg an Friedrich vorbeiführt.

Am Nachbartisch heißt es für Lars, Mike, Andreas bzw. Jan „Gut Blatt“.

Direkt an der Bar wird Schach gespielt. Celina, Levi, Maximilian, Sven und Wolfgang sind vertieft in ihre Partien. Der ein oder andere schaut auf seinem Weg zum wohlverdienten Feierabend vorbei und sieht zu.

Allmählich wird es Nacht in der Strengliner Mühle, die Bar schenkt die letzte Runde aus, dann heißt es „18, 23:30, Gute Nacht……“

Nur eine kleine Runde unersättlicher Skatspieler zockt noch ein wenig in einer gemütlichen Sitzecke oben weiter. Selbstverständlich mit dem Ligazettel im Schlepp und ohne Contra, Bock und Schieberamsch.

Schon ist der letzte Tag erreicht. Viel zu schnell geht das Wochenende vorbei.

Am Vormittag wird noch einmal richtig trainiert und geschult bis die Köpfe qualmen und es kommt mir zumindest so vor, dass der ein oder andere etwas öfter die Kaffeekanne im Flur aufsucht, die während des ganzen Seminars stets zur Verfügung steht. Mit dem letzten Mittagessen und der natürlich positiven Feedbackrunde für Mike und Wolfgang endet das tolle Seminar.

Unsere Mägen sind gefüllt, unsere Köpfe sind voll mit vielen „neuen besten Zügen“ und glücklich summen wir auf dem Nachhauseweg das alte Lied bis es im nächsten Jahr hoffentlich wieder heißt: „es Klappert die Mühle……..“

Vielen Dank, insbesondere an Mike, der sich meiner so angenommen hat.

Yvonne Malinowsky

Deutsche Seniorenblitzmeisterschaft

Schon im letzten Jahr hatte Wolfgang und Mike geplant zur dt. Seniorenblitzmeistrschft zu fahren. Dies hatte damals aber nicht geklappt. In diesem Jahr sollte es dann in Angrff genommen werden. Lange Zeit sah es aber so aus, als ob die „Corona-Krise“ alles über den Haufen wirft. Glücklicherweise konnte die Meisterschaft dann doch durchgeführt werden. Also morgens los, vor Ort dann noch etwas durch die Stadt und eine Kleinigkeit essen gehen.

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Im Spiellokal traf man dann noch einige Bekannte, mit denen dann noch etwas geplaudert wurde. Am Nachmittag ging es dann, mit etwas Verspätung, los. 38 Teilnehmer/innen hatten sich in der Gruppe 50+ angemeldet. Gespielt wurden 13 Runden. Die Tische standen weit auseinander (schlecht zum „rüberschielen“) und die Auslosungen der neuen Runden ging recht flott vonstatten. Paarungen und Tabellen wurden per Beamer an die Wand geworfen.

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„Unser“ Trainer – Wolfgang Krüger – in schwieriger Stellung.

In entspannter Atmosphäre wurde dann an allen Brettern sehr interessantes Schach gespielt. Wer seine Partie beendet hatte, konnte mit Mund/Nasenschutz im Raum verbleiben und zuschauen. Wolfgang und Mike hatten sich als erstes Ziel die Bestätigung ihrer Setzplätze vorgenommen. Wolfgang war an 14, Mike an 32 gesetzt. Die Ziele sollten zu schaffen sein. Nach der Hälfte der Spiele hat sich Mike dann vorgenommen, sich einen Platz in der oberen Hälfte zu erspielen. Dies konnte aber schlecht abgeschätzt werden. Mal waren Wolfgang und Britta hinter , dann wieder vor ihm. Es war teilweise eine richtige Berg- und Talfahrt. Je nachdem wie man gespielt hat und wer als nächster Gegner kam. Am Ende erreichte Wolfgang mit 7/13 Pkt. Platz 14; Mike, mit ebenfalls 7/13 Pkt. Platz 17 ! Ziele errreicht und wieder eine Menge gelernt. (M.Schlüter)

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Strenglin 2020

Gemeinsam durch die Corona-Zeit – wer braucht schon online-Schach?

Das fünfjährige Strenglin-Jubiläum fand in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie statt. Bekanntermaßen ist der Schachsport diesbezüglich seit einem halben Jahr von schwerwiegenden Einschränkungen betroffen. Abgesagte Punktspielrunden und Schachturniere sorgen für Frust – Schachspieler auf Entzug gewissermaßen.

Umso mehr habe ich mich über die Möglichkeit gefreut, als Gast der Möllner Schachspieler am Wochenendseminar in Strenglin teilnehmen zu können. Deshalb vielen Dank an die Organisatoren Mike und Wolfgang. Und so viel kann ich vorab schon einmal verraten: Es hat sich gelohnt!

Das Hotel „Strengliner Mühle“ habe ich als gediegenes familiär geführtes Landhotel mit besten Bedingungen für ein Seminarwochenende kennengelernt. Zum 5. Jahrestag des Seminars bedankte sich daher der Vorsitzende Mike Schlüter und überreichte einen Präsentkorb an die Leitung des Hauses.

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Ein kleines Dankeschön an das Hotel und deren Mitarbeiter/innen.

Das Training beginnt mit Taktikaufgaben zum „warm werden“ – Vorteil in 2 Zügen von Paul Gaffron. Die Ergebnisse werden durch den Trainer Wolfgang Krüger eingesammelt. Nachdem gleich der erste Teilnehmer sein korrigiertes Aufgabenblatt mit der trockenen Bemerkung „Du hast gerade 50 DWZ verloren“ zurückbekommt, bin ich nicht nur warm. Ich laufe bereits heiß bei diesem Aufgabenniveau. Da hilft sicher ein kühler Schluck Mineralwasser – ausgerechnet Marke „Magnus“.

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Genug Aufgaben für alle…

Im Anschluss dann Variantenberechnung in Partnerarbeit – den methodischen Ansatz der Kombination von 2 Spielern unterschiedlicher Spielstärke empfinde ich als konstruktiv für beide Seiten.

Was ist der beste Zug?
Hihi, da sind 50 DWZ weg…

Nachdem gegen 20 Uhr der letzte Teilnehmer eingetroffen war, wurde die ursprünglich geplante Vereins-Blitz-Meisterschaft spontan durch eine lebhafte Diskussionsrunde hinsichtlich der Planung von Vereinsabenden in Corona-Zeiten ersetzt. Eine wichtige Diskussion wie ich finde. Geht es doch darum, geeignete Trainings-Organisationsformen vor dem Hintergrund von Hygienevorschriften umzusetzen.

Nachdem Samstag ab 9 Uhr die letzten Aufgaben zur Variantenberechnung besprochen sind, geht es an die eigentlichen Schwerpunkte des Schachwochenendes.

Freibauern

Von der Planung- „Welcher der Burschen wird im Verlauf der Partie mein Freibauer?“ – bis hin zur aktiven Umsetzung von Gewinnplänen gibt uns der Trainer entscheidende Hinweise vor dem Hintergrund, den Freibauern nicht nur besitzen zu wollen sondern ihn tatsächlich auch gefährlich zu machen.

Isolierter Bauer

Wie bekämpft man einen Isolani und wie spielt man selbst mit ihm? Beide Möglichkeiten dieses schier unerschöpflichen Themas wurden durch Wolfgang ausführlich erörtert und zu Schwerpunkten zusammengefasst. Wann tausche ich sinnvollerweise Leichtfiguren? Wo positioniere ich meine Schwerfiguren? Wie setze ich benachbarte Bauern als Hebel ein?

Der methodische Ansatz der Theorieaufbereitung im Plenum mit anschließender Bearbeitung von passenden Spielsituationen aus Meisterpartien ließ uns das Erlernte anwenden und vertiefen.

In der anschließenden Auswertungsphase heißt es dann hellwach viele der Trainerhinweise aufzunehmen. Hier hilft es, den Code der Krüger‘schen Schachsprache dechiffrieren zu können.

Ich erhalte auch mal Hinweise, wie – „Nach dem Zug kannst Du eigentlich zusammenschieben“ – „So willst du nicht wirklich stehen“ – „Das muss man mögen“ oder „Ganz okay“ und merke: Es geht aufwärts!

Und tatsächlich auffällig die konstruktiv-ehrlichen Rückmeldungen in einer stets sachbezogenen und partnerschaftlichen Teamatmosphäre.

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Besprechung der Lösungen..

Einen durchdachten Lösungsansatz der schwersten Aufgabe liefert ausgerechnet der Teilnehmer, der gestern übereifrig 50 DWZ „eingebüßt“ hat. Er bekommt von Wolfgang tatsächlich glatte 10 virtuelle DWZ-Punkte zurück. Großzügigkeit war gestern- Motivation ist angesagt!

Das Training ist für heute geschafft und nach dem Abendessen endet der Abend spät in der Nacht mit viel Trubel bei rasanten Blitzpartien sowie einer Viererrunde Skat (Friedrich Fiedler weit vorn und ich glücklich mit Platz 2). 

Friedrich auf der Siegerstraße..
Mieses Blatt..
Skeptischer Blick vom Trainer..

Nach Räumung der Zimmer geht es Sonntag ab 9 Uhr weiter. Bis 12:30 Uhr liegt das Hauptaugenmerk auf dem Thema „Stellungsbeurteilung und Plan“. Es werden 4 Partien von Teilnehmern beleuchtet, entscheidende Spielsituationen diskutiert und Partiemöglichkeiten ausgelotet. Sogar eine Partie von mir aus der jüngeren Vergangenheit ist dabei und ich bekomme viele Vorschläge von den Teilnehmern für alternative Lösungsansätze. In Verbindung mit den dazu passenden Begründungen ergibt sich der Mehrwert im Vergleich zu einer Analyse durch einen schnöden Computer von selbst.

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Wer erreicht die meisten Punkte..?

Mit einem anschließenden Rückblick auf Strenglin 2020 und viel positivem Feedback von Teilnehmern, Vorsitzendem und Trainer endet das Schachseminar.

Bleibt mir als Gast festzuhalten:

Ein vom Vorsitzenden perfekt organisiertes Schachwochenende mit einem Trainer, der umfassend vorbereitet und trainingsmethodisch durchdacht für echten Leistungszuwachs verantwortlich zeichnete sowie ein MSV-Schachteam, dass 3 Tage konstruktiv, lösungsorientiert und mit Spaß unterwegs war. Schön war’s.

 Gemeinsam durch die Corona-Zeit – wer braucht schon online-Schach?

(Jan Laue)

Strenglin 2018

Rücke den Bauern!

Wieder einmal trifft sich die Schachabteilung in der Strengliner Mühle zur Vorbereitung auf die neue Saison. Da wird gelabert, geblitzt, gefrotzelt, gelacht und geübt.

Das ist jetzt schon zu einer kleinen Tradition geworden. Bereits zum dritten Mal sind wir für ein Wochenende dort. Wir wollen Spaß und Training. Da passt die ländliche Umgebung prima, hier kann man sich ganz dem Schachtraining widmen. Diesmal haben sich 12 Schachfreunde aus der ersten und der zweiten Mannschaft eingefunden.

Unter der Anleitung unseres erfahrenen Trainers Wolfgang stellen wir immer wieder fest, dass es über das „königliche Spiel“ so viel mehr zu wissen gibt als wir in unseren Schachpartien bedenken. Das Training ist kurzweilig. Bereits am Freitagnachmittag gibt uns Wolfgang Aufgaben „zum Warmwerden“. Das macht Spaß, manche Lösungen finden wir recht schnell, vielleicht sind wir doch nicht ganz doof. Anderes bringt uns zum Grübeln und Knobeln und gelegentlich auch zum Fluchen. Macht nichts, Hauptsache wir steigern unser Schachverständnis. Bis zum Abend sind auch die letzten Berufstätigen eingetroffen, Zeit für die erste Pause.

Da nehmen wir uns doch gerne etwas länger Zeit, schließlich sollen auch das Zusammensein und der Austausch abseits vom Schachbrett nicht zu kurz kommen. Außerdem habe ich Hunger! Aber wer meint, nach dem Abendessen ist schon Schluss, der irrt. Schachspieler gehen ihrem Hobby auch gerne abends nach. Wir spielen ein Blitzturnier, da muss man schnelle Entscheidungen am Brett treffen, denn schließlich ist eine solche Partie in etwa 8 Minuten entschieden. Aber dafür schaffen wir es, 11 Partien pro Person an einem Abend zu spielen. Wieder mal gewinnt wenig überraschend Wolfgang das Turnier, er ist unser stärkster Spieler, nicht umsonst wurde er in diesem Jahr Blitz-Landesmeister der Senioren. Aber jeder spielt so gut er kann und das Vergnügen steht hier im Vordergrund, da sind Fehler erlaubt! Und anschließend gibt es endlich ein Bier.

Der zweite Tag wird noch anstrengender: Der Trainer hat aus seinem unerschöpflichen Repertoire von Partien und Aufgaben einiges zusammengestellt. Kommt nicht zu spät in den Frühstücksraum, um 9 Uhr sollen alle am Brett sitzen. In Partnerarbeit analysieren wir Schachstellungen, finden Angriffspläne und Verteidigungsstrategien und suchen nach dem besten Zug. Was würde wohl ein Großmeister in einer solchen Stellung tun? Meistens sieht die Lösung etwas anders aus als ich gedacht habe, man lernt eben nie aus. Zu zweit kann man diskutieren, ausprobieren, erwägen und verwerfen und gelegentlich auch mal zum Nachbartisch kiebitzen, vielleicht haben die beiden noch eine andere Idee? Na, anscheinend kochen die auch mit Wasser. Wolfgang sieht sich bei den einzelnen Tischen um, gibt gelegentlich Tipps oder schüttelt den Kopf.
Die Lösungen gibt’s nachher. Welches Team hat den richtigen Plan gefunden? Da bleiben unterschiedliche Meinungen nicht aus und nicht immer ist der Königsweg eindeutig, manchmal muss man sich eben einfach entscheiden. Zeit fürs Mittagessen! Das war ein anstrengender Vormittag und wir wissen, dass es nachmittags so weitergehen wird. Aber so sind Schachspieler. Wenn man sich intensiv in das Spiel vertieft, wird die Zeit nebensächlich, das kennt jeder von langen Abenden, die auch gerne mal bis 4 Uhr dauern. Also wieder ran! Hingucken, überlegen, prüfen, nachdenken und nicht zu lange bei einer Aufgabe verharren, da kommen noch einige mehr. Erst das Abendessen bremst uns aus und heute passt dazu auch mehr als ein Bier. Hinterher holen wir die Skatkarten raus, dazu komme ich eigentlich nur noch hier in Strenglin, früher war das anders. Aber nicht alle wollen Karten spielen. Einige von uns sind so auf Schach fixiert, dass auch jetzt nochmal die Figuren bewegt werden, nicht  mit übertriebener Ernsthaftigkeit aber gewinnen möchte man doch!

Spät geht’s für die meisten von uns ins Bett. Auch am Sonntag sitzen wir wieder um 9 Uhr am Brett, schließlich wollen wir etwas lernen! Gelegentlich findet auch mal einer den besten Zug. Und wir finden auch Fragestellungen, mit denen wir uns vertieft beschäftigen wollen. Wie muss man im Endspiel verfahren? Wann kann man mal einen Turm für einen Läufer geben? Wo sind die Drohungen, die zu einem schnellen Matt führen können?

So ist bald der nächste Termin für ein weiteres Training verabredet, sodass wir am Sonntagnachmittag gegen 3 Uhr das Seminar beenden. Es bleibt das Gefühl, einiges mitzunehmen und einige Lücken im eigenen Spiel vermindert zu haben. Hoffentlich begehe ich nicht in der Liga die Fehler, über die wir hier gesprochen haben!

Auch in der jetzt anstehenden Saison wird es wieder Siege und Niederlagen geben, eines ist jedoch sicher: Dieses Wochenende hat unsere Spielstärke verbessert und uns als Mannschaft motiviert. Jetzt setzen wir das um und werden einige gute Ideen in unseren kommenden Partien umsetzen!

(Andreas Lenk)

Verbandsliga B (Ost) 2019/20

Lübecker SV 4 – Möllner SV 1

In dieser Runde ging es für die erste Mannschaft zum Tabellenführer nach Lübeck. Durch „Mister LSV“ wurde die Verlegung des Spiellokales rechtzeitig bekannt gegeben. Mal schauen, wie es sich dort spielen lässt. Vor Ort angekommen und mit blick auf die Lübecker Mannschaftsaufstellung meinte Wolfgang nur:“ Da haben sie ja wieder mal die stärkste Mannschaft gegen uns aufgeboten!“. Sei’s drum. Die Entscheidungen fallen am Brett und nicht mit der Aufstellung. Nach gut einer Stunde bekamen Andreas Lenk und Andreas Werner jeweils ein remisangebot. Beide durften annehmen. Lange Zeit passierte nichts weiter. Mike hat sich für die Französische Verteidigung entschieden. Diese hat er in seinen bisherigen Schachjahren noch nie in einem Mannschaftskampf angewandt. Nach 1-2 kleinen Ungenauigkeiten landete er gegen Joachim Berger dann in einem Endspiel mit jeweils T+D. Ein kurzer Blick auf die anderen Bretter und remis angeboten. Dies wurde von seinem Gegner angenommen. Simon hatte inzwischen eine Qualität gewonnen und sollte den Punkt nach Hause bringen. Dies gelang ihm auch, indem er die Qualität zurück gab und in ein gewonnenes Bauernendspiel abwickelte. Bei Manfred sah es recht interessant aus. Die Dame seines Gegners stand auf h8 ziemlich abgeschnitten. Manfred sein f8-Springer hielt alles zusammen. Selbst ein Doppeltes Figurenopfer hielt die Stellung aus. Sollte also auch ein Punkt für uns sein.

Wolfgang bot daraufhin seinem Gegner ebenfalls remis an. Dieser ging davon aus, dass das Brett 8 für Lübeck gewonnen sei und willigte ein. Ein Irrtum wie sich kurz darauf herausstellte. Zwischenstand 4:2 für Mölln! Spielten noch Jörg gegen Alva und Sven gegen Alexandra. Sven musste gegen zwei gedekte Freibauern spielen. Sollte aber kein Problem sein, solange die Stellung geschlossen bleibt. Leider blieb es aber nicht dabei und Alexandra konnte auf 4:3 verkürzen. Nun lag es an Jörg, den halben Punkt zu sichern. Die Stellung war recht verschachtelt und verschlossen. Als beide nur noch mit Zuschlag spielten, versuchte Alva noch auf dem Königsflügel durchzubrechen. Jörg konnte aber alle Einnruchsfelder verteidigen. Am Ende einigten sich beide auf remis und Mölln gewann mit 4,5 : 3,5. Am Abend erhielt der MF noch eine Dankesmail vom KSG. LSV IV und die KSG treffen am letzten Spieltag aufeinander und werden da wahrscheinlich den Meister der Verbandliga B ausspielen.

Die zweite Mannschaft begab sich zum Sk Kaltenkirchen. Nach spannenden Partien mussten sie sich doch recht deutlich mit 7:1 geschlagen geben. Lange Zeit wogte der Kampf hin und her. Dann schlichen sich die ersten Flüchtigkeitfehler ein und in mehreren Partien kam es zum Figurenverlust. Einzig Luca sorgte mit einer sehenswerten Partie dafür, dass es kein „zu Null“ wurde.

Möllner SV 1 – VSF Flintbek 1 4,0 : 4,0

Möllner SV 2 – Lübecker SV 6   1,5 : 6,5

Diesmal keine Geschenke! Nach dem Dessaster in Eutin, wo wir jede Menge Gastgeschenke verteilt hatten, gingen wir den Mannschaftskampf gegen den VSF Flintbek hoch konzentriert an. Das erste Remisangebot bekam unser Brett 1. Danach ging es dann, wie draußen mit dem Sturm, Schlag auf Schlag. Wahrscheinlich hatte noch jeder das Spiel gegen den SV Eutin im Hinterkopf und wollte nicht unbedingt verlieren. Am Ende also ein 4 : 4 und ein gesicherter Platz im Mittelfeld. Unsere zweite Mannschaft bestritt ihr Spiel gegen den Lübecker SV 6 und musste sich am Ende mit 1,5 : 6,5 geschlagen geben. In der einen oder anderen Partie war sicherlich mehr drin. Schauen wir mal, was die Partien-Nachbesprechungen am 19.02.2020 ergeben.

Möllner SV 1 – Lübecker SV 5 4,0 : 4,0

Möllner SV 2 – SV Bad Oldesloe 1 2,5 : 5,5

Spieltag der Ausfälle

Was für ein irres Wochenende…

Beide Mannschaften der Möllner Schachabteilung hatten von den Paarungen her Heimrecht. Dieses konnte aber nicht wahrgenommen werden, da an dem Tag im Vereinsheim die Sportabzeichenvergabe stattfand (an die 100 Teilnehmer). Wir haben also rechtzeitig bei unseren Gegnern nachgefragt, ob wir bei ihnen spielen könnten. Beide Vereine haben zugestimmt. Vielen Dank noch einmal an den SV Bad Oldesloe und den Lübecker SV! Dann konnten in der ersten Mannschaft zwei Spieler leider nicht mitspielen. Einige Tage vorher hat dann auch noch ein Ersatzspieler abgesagt. Am Ende mussten Gunnar und Dragan einspringen. Unsere zweite bekam durch die Ausfälle/Abgabe der Spieler dann natürlich auch Personalprobleme. Dies konnte dann durch den Einsatz unserer Jugendspieler fast komplett aufgefangen werden. Auch hier ein herzliches Dankeschön an die Jugend und den Eltern (als Fahrer). Aber der Irrsinn ging noch weiter. Samstagvormittag rief dann Sven an und teilte mit, dass sein Fahrzeug defekt sei und er erst sehen müsse, wie er dann nach Lübeck kommt. Am Sonntagmorgen dann sein Anruf: Aufgrund der verspäteten Abfahrt seiner Bahn kann es sein, dass er sein Anschlusszug nicht bekommt. Mit dem nächsten wäre er dann aber erst gegen 10.48 Uhr an Lübecker Bahnhof. Und in knapp 10 Min. von dort zum Spiellokal… Wird wohl nichts. Also schon mal 1:0 hinten. Kurz vor Abfahrt unserer Fahrzeuge dann die erlösende Nachricht. Er hat den Zug doch noch rechtzeitig erreicht.

Auf der Suche des Gewinnweges…

Kurz nach 10.00 Uhr ging es dann in Lübeck mit der 4.Runde los. Als erstes konnte dann Dragan seinen Sieg an Brett 8 verkünden. Kurze Zeit später hatte Gunnar ein remis beigesteuert. Das war es dann erst mal für längere Zeit. Der Verlauf der Partien lies mal die Möllner und mal die Lübecker als Sieger aussehen. Als es dann mal für Mölln gut aussah, hat Wolfgang an Brett 1 ein remis beigesteuert. Bei Mike sah es etwas komisch aus. Er landete in einem Damen/Läuferendspiel mit dem schlechteren Läufer. War aber eigentlich noch nichts verloren. Als er dann nah einem Bauernzug die schwarze Antwort übersah, war erst ein Bauer und kurze Zeit später die Partie verloren. Sven hatte, ebenso wie Andreas L. eine Qualität gewonnen und es sah nach zwei vollen Punkten aus. Aber wie war das mit dem irren Wochenende..? Es sollte also verrückt weitergehen. Andreas sah sich auf einmal zwei Freibauern gegenüber. Als ein remisangebot vom Gegner kam, wurde dies sofort angenommen. Jörg hat inzwischen seine Dame für zwei Türme gegeben und hatte eine schöne Druckstellung. Nach und nach nahm er dem weißen alles weg und konnte einen vollen Punkt einfahren. Zwischenstand 3,5:2,5 für Mölln. Aber noch liefen ja die Partien von Sven und Andreas W.. Bei Andreas entstand ein Endspiel mit T/S gegen T/L. Andreas hatte zwar einen Doppelbauern, aber die Stellung sollte remis enden. Sven seine Partie sah sogar nach eiinem Sieg aus. Aber dann ging es los.. Erst fand Sven nicht die richtigen Ideen; verlor sogar leichtfertig noch einen Bauern und spielte dann, genau wie sein Gegner nur noch vom Bonus. Andreas hatte einmal nicht aufgepasst und verlor ebenfalls Bauern. Die Partie war nicht mehr zu halten und er gab auf. Ausgleich! Und nun…? Am letzten Brett wurde dann eine Zugwiederholung zum remis gespielt. Beiden war es zu riskant nur mit dem Bonus weiter zu spielen. Am Ende ein Unendschieden, mit dem beide Mannschaften klar kommen.

Die zweite fuhr dann mit 7 Spielern nach Oldesloe. So war es zumindest geplant. Brett 2 erschien aber nicht. Also schon einmal 2:0 für Bad Oldesloe. Wie reagiert die Mannschaft? Nach Hörensagen mit entsprechendem Kampfgeist. Luca an Brett 3 (!) und Adam an Brett 4 (!) konnten ihre Partien gewinnen !!! Klasse Leistung ! Günter steuerte dann noch ein remis bei! Alexander an Brett 8 stand auch sehr aussichtsreich (lt. Aussage von Günter sogar auf Gewinn), übersah aber am Ende eine Springergabel. Klasse Einsatz und Leistung und vielen Dank für das kurzfristige Einspringen. Am Ende ging das Mannschaftsspiel mit 5,5:2,5 an Bad Oldesloe.

Sk Doppelbauer Kiel 2 – Möllner SV 1

In der dritten Runde der Verbandsliga B hatte die erste Mannschaft der MSV den Sk Doppelbauer Kiel als Gegner. Manfred, Simon und Sven bildeten eine Fahrgemeinschaft und fuhren aus Richtung Hamburg nach Kiel. Mike, Wolfgang, Andreas, Andreas und Jörg waren die zweite Fahrgemeinschaft. In einem Fahrzeug etwas eng, dafür aber kuschelig. In Kiel angekommen, wurde bekannt gegeben, dass Simon kein Gegner bekommt und wir somit 1:0 in Führung gingen. Simon fuhr dann mit der Bahn zurück. Für den Rest hieß es aber: Spielen und nach Möglichkeit gewinnen. Von der Kieler Aufstellung her, sollte dies kein Problem sein. Aber wie es dann immer so kommt. Manfred bekam ein erstes Remisangebot, welches er Ausschlug. Als es zum Damenendspiel kam, trennte man sich unentschieden. Kurze Zeit später gab es auch bei Andreas Lenk ein remis. Bei Jörg sah alles sehr gut aus. Er hatte alles am Damenflügel versammelt. Sein Gegner konnte dort nicht gegenhalten. Dafür fing er dann am Königsflügel gegen Jörg sein König an zu spielen. Die Aktion hatte Jörg dann völlig falsch eingeschätzt und er musste kurze Zeit später aufgeben. Sven spielte wieder auf Angriff. Im Mittelspiel hat er leicht gepatzt, sodass sein Gegner einen Bauern bis d7 bringen konnte. Als sich dieser noch umwandelte, war die Partie verloren. Mike hatte sich solide und sicher aufgestellt. Die ganze Partie über war nichts los. Beim Stand von 2:1 für Mölln bot er remis an, welches sein Gegner sofort annahm. Kurz darauf hat Wolfgang seine Partie gewonnen. Beim Stand von 3,5:3,5 spielte nur noch Andreas Werner. Andreas erhielt zwischenzeitlich ein remisangebot, welches er ebenfalls ablehnte. Als sein Gegner danach zog, stellte er einzügig eine Leichtfigur ein, die Andreas dankend mitnahm. Sein Gegner gab aber nicht auf. Knapp 2 Stunden später konnte Andreas alle Figuren vom Brett tauschen und spielte mit dem Mehrspringer und etlichen Bauern gegen ein paar Bauern von Schwarz. Als sein C-Bauer loslief gab sein Gegner auf und Mölln konnte ein 4,5:3,5 Sieg einfahren. Nach dem Spiel wurde in Bad Oldesloe noch ein Zwischenstopp im Glashaus eingelegt. Dort gesellte sich auch unsere Verstärkung unserer Seniorenmannschaft und unsere ehemaligen Sabrina und Martin zu uns. In gemütlicher Runde wurde dann der Sieg gefeiert.

Strenglin 2019

Im Zeichen der Springergabel

Mit Aufgaben zu diesem Thema begann unser nun schon traditionelles Trainingslager. Zum 4. Mal traf sich fast die komplette 1. Mannschaft und Teile der 2. Mannschaft im sehr schönen Landhotel Strengliner Mühle, um sich ein Wochenende lang mit Schachstellungen und -varianten zu beschäftigen. Im Anschluss an die Einführungsaufgaben folgte eine Einheit zum Thema „richtig abtauschen“. Wir merkten alle, wie schwierig es ist, diesbezüglich die richtige Entscheidung zu treffen. Unser Trainer Wolfgang, der wie immer die vielfältigen und anschaulichen Aufgaben in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt hatte, erläuterte uns immer wieder die Lösung. Nach einem sehr leckeren Abendessen im Restaurant, hatten wir immer noch nicht genug vom Schach. Mit 12 Teilnehmern trugen wir unsere Vereinsblitzmeisterschaft aus, die natürlich Wolfgang – sogar ungeschlagen – gewann. Danach ging es an die Bar, an der bis spät in die Nacht noch einige alkoholischen Getränke vernichtet wurden.

Zur Entspannung eine Runde Skat !

Trotzdem waren am nächsten Morgen alle relativ früh wieder munter, sodass ein intensiver Trainingstag in Angriff genommen werden konnte. Es begann mit einer Lektion (Turm)-Endspiele. In 2er-Gruppen stellten wir beim Ausspielen am Brett immer wieder fest, wie leicht man einen halben Punkt gewinnen bzw. liegen lassen konnte. Sehr abwechslungsreich waren die Punkt-Partien. Dabei wurde am Zentralbrett eine Partie vorgeführt und an bestimmten Stellen mussten wir innerhalb von 3 min. den besten Zug (3 Pkt.) finden – für manche Antworten gab es manchmal wenigstens 1 Trostpunkt. Dieser Wettstreit brachte „Lernen mit Spaß“. Der Tag war noch lang, sodass wir danach Stellungen aus eigenen gespielten Partien miteinander abschätzten und Varianten berechneten. Am Abend merkten wir, dass die „Kopfarbeit“ auch sehr anstrengend und ermüdend ist. Wir ließen den Tag dann – wieder an der Bar – in geselliger Runde und beim Skat spielen ausklingen.

Das gelernte umsetzen…

Natürlich nutzen wir den Sonntag morgen noch zu einer Trainingseinheit, bevor es nach dem gemeinsamen Mittagessen wieder nach Hause ging.

Unser Dank gilt vor allem Wolfgang, der wie immer die verschiedenen Spielstärken gut unter einen Hut brachte und souverän und mit viel Spaß durch das Seminar führte.

Das Wochenende hat nicht nur unseren Schachverstand verbessert, sondern vor allem auch den Teamspirit gestärkt. Und wir sind uns sicher, dass nach dieser gelungenen Vorbereitung einer erfolgreichen Saison und einer Wiederholung im nächsten Jahr nichts im Wege steht! (Bericht: A.Werner; Foto`s: W.Krüger/M.Schlüter)

Verbandsliga Ost 2016/17

7. Runde VB Ost

Lauenburger SV 1 (1668) – Möllner SV 1 (1903)   2,0 : 6,0

Die Schachfreunde aus Lauenburg baten zeitig um Verlegung des Spieltages, da bei ihnen ein paar Leute wichtige Termine an dem Tag haben. Wir wären gerne bereit gewesen, allerdings hätten wir dann am Nachspielttermin Engpässe gehabt. Sorry.. Also auf nach Lauenburg. Da war noch eine Rechnung aus dem Vorjahr zu begleichen. Wie zu dieser Jahreszeit üblich, kam ein ordentlicher Schauer von oben. Richtiges Schachspieler-Wetter. In Vertretung von Michael Wichmann wurden wir recht herzlich von Claus Lindges empfangen. Pünktlich ging es los.

Aber man siehe selbst..

Brett 1:

Wolfgang Krüger (2069) – Walter Rost (1941)   1,0 : 0,0

Wolfgang hatte mit Michael Wichmann gerechnet, durfte aber gegen Walter Rost spielen. Sein Gegner spielte etwas verhalten. Im 23. Zug opferte Wolfgang auf e5 zwei Springer gegen einen Turm und anhaltende Initiative. Der Druck verstärkte sich immer mehr, sodass sein Gegner im 35. Zug aufgab.

35. Dh4+
24. S:e5

Brett 2:

Heinrich Schröder (1881) – Mike Schlüter (1855)   0,5 : 0,5

Mike spielte wieder gegen Heinrich. In der letzten Begegnung sah es gut für ihn und der Mannschaft aus. Ergebnis damals: Mike remis – Mannschaft Null. Dieses Mal hat sich Mike eine etwas schärfere Variante herausgesucht. Er kam auch gut ins Spiel. Vielleicht war Weiß etwas überrascht.

10. ..g5
18. Dxe2 mit Remisangebot

                                                                     Da an den hinteren Brettern  schon zwei volle Punkte zu sehen waren (hatten jeweils Material und Stellungsvorteile mehr), hat Mike das Remis Angebot angenommen.

Brett 3:

Sven Sonntag (1970) – Matthias Groth (1731)   0,0 : 1,0

Irgendwie war dies eine komische Partie. Sven versuchte alles, um nach vorne zu kommen. Matthias verteidigte sich mit Umsicht und lies wenig bis gar nichts zu. So richtig fand Sven nicht in die Partie. Am Ende verlor er gar noch seinen letzten Turm und gratulierte seinem Gegner zum Sieg.

Einige Zeit später war der Turm gefangen.
10. c3

Brett 4:

Michael Reicke (1586) – Andreas Lenk (1861)   0,0 : 1,0

Wie im letzten Jahr kam Königsindisch aufs Brett. Dieser wurde von Weiß etwas sorglos behandelt. Andreas bekam eine sehr gute Stellung. Im Laufe der Partie gewann er dann erst einen Bauern und dann die Partie.

Nach 33. ..Te2 gab Weiß auf
10. ..Sdf6

Brett 5:

Jörg v. Warburg (1926) –  Stefan Michels (1645)   0,5 : 0,5

Jörg spielte heute auf Angriff. Sein Gegner war aber sehr aufmerksam und lies kam etwas zu. Optisch sah es immer gut für Weiß aus, aber wie kann man es umsetzen? Am Ende hatte Jörg einmal die Möglichkeit alles klar zu machen. Übersah dies aber und die Stellung war fast komplett geschlossen. Da der Mannschaftssieg fest stand, kam es hier zum remis.                                                                     

40. ..Kf6
10. 0-0

Brett 6:

Ferdinand Hakopian (1655) – Manfred Luchs (1891)    0,0 : 1,0

Manfred konnte im 10.Zug den schwarzfeldrigen Läufer von Weiß tauschen. Im Verlauf der Partie gewann er dann erst zwei Bauern, dann noch einen Turm und am Ende die Partie.

29. ..Db3
10. ..SxLe3

Brett 7:

Simon Henke (1852) – Claus Lindges (1440)   1,0 : 0,0

Simon spielte gegen Claus die Englische Eröffnung. Es gelang dem schwarzen nicht rechtzeitig zu rochieren. Dies sollte am Ende die Partie kosten. Im Kampf um den schwarzen König konnte Simon zwei Bauern gewinnen und am Ende in ein Bauernendspiel abwickeln.

31. TxTd5
10. dxe5

Brett 8:

Rene Reschke (1449) – Andreas Werner (1880)   0,0 : 1,0

Andreas hat sich auf die Eröffnung seines Gegners (1.b4) richtig gut vorbereitet. Dadurch konnte er recht früh einen Bauern gewinnen. Nachdem noch ein zweiter hinzukam, wickelte er ins Endspiel ab. Hier konnte Weiß nur noch den Turm geben, um dann kurze Zeit später aufzugeben.

10. ..Lxb4 11. Lxc4 scheitert an 11. ..DxLd4 !
Nach 37. ..Tb1 38. Ta4 a1D 39. TxDa1 TxTa1 gab Weiß auf

Fazit:

Eine gelungene Revanche zur letzten Saison.

Strenglin 2016

Getarnte Amateure als Profis – oder umgekehrt?


Das Dorf Strenglin liegt in Kreis Segeberg, umgeben von der typischen Holsteinischen Knicklandschaft und einem klaren See nicht weit entfernt. Es hat einen Kindergarten, keine Kirche, ein paar Gehöfte – und ein reizvolles Landhotel, das gelegentlich auch von Golfspielern besucht wird.

Es durfte für sich bisher in Anspruch nehmen, seine Gäste unauffällig, unaufgeregt, gar zuvorkommend auf beschauliche Art und Weise zu verwöhnen. Die Gäste dankten es dem Personal.
Das alles ist nun seit dem vergangenen Wochenende (09.bis 11. September) grundlegend anders.
Es erschienen elf Männer unterschiedlichen Aussehens, zunächst durchaus vertrauenerweckend, die sich umgehend nach ihrer Ankunft in einen Tagungsraum unter dem Dach begaben. Angesichts der hohen
Temperaturen standen die Fenster offen und Gesagtes drang nach draußen. Zufällig mithörende Gäste und Teile des Personals wurden schon bald misstrauisch und man erwog, die Polizei oder gar den Verfassungsschutz zu informieren.
Wörter und Redewendungen wie „einen Bauern schlagen, in den Angriff hinein rochieren, Matt, Aufspießen, attackieren, das ‚Ungewöhnliche‘ in Betracht ziehen, fertig machen, vom Brett fegen“ ließen in diesen unruhigen Zeiten sofort Verbindungen zu Attentätern oder gar Terroristen aufkommen. Und dann diese Sprache in unverständlichen Abkürzungen: „Springer c3, Läuferopfer auf h7, Dame g4 mit Doppelschach, Turm fesselt auf e1 !“ Zweifellos waren einige der Personen gesuchte Spione, die Hand in Hand etwas vorbereiteten.
All diese Eindrücke wurden dauernd von einer klaren Stimme übertönt,

Wolfgang hat gut lachen.. die mit äußerstem Nachdruck präzise Aufgaben und Forderungen erhob. Da waren weder Zweifel noch Widerspruch möglich ! Manche Gäste also sahen den Erholungswert ihres Aufenthaltes gefährdet und das Personal war eindeutig verunsichert. Glücklicherweise konnten sämtliche Befürchtungen noch vor dem Abendessen ausgeräumt werden.
Es waren nur 10 Schachspieler und ihr Trainer Wolfgang Krüger des Möllner Schachvereins, die sich – freiwillig – zu einem Trainingswochenende (als Saisonvorbereitung) hierher in Klausur begeben hatten.

Strenglin 2017

Ein Wochenende mit Schach – oder die Suche nach den Koordinaten
„Strenglin 2017“

Diesmal blieben Verwunderung oder gar Bestürzung bei den Ortsansässigen aus. Man erinnerte sich – nun wohlwollend – an die „harmlosen Andersartigen“ (Zitat!) mit ihrer Neigung, Holzfiguren auf quadratischen Brettern zu plazieren. Einer raunte dem anderen zu: „DeKlötzchenrücker vun Möllner Schachverein sün all wedder dor!“. Doch im Rest der Republik und weiten Teilen Mitteleuropas gab es recht unerwartete Reaktionen. Was waren da schon G-20-Gipfel, bevorstehende Bundestagswahlen oder weitere pubertäre Ausbrüche eines blond gebleichten US-Amerikaners! Mitteleuropa blickte fasziniert auf ein kleines, verträumtes Dorf im mittleren Holstein: „Strenglin“!

G-20-Gipfel … und die Straßen sind leer !

Sofern sich Neugierige persönlich vor Ort überzeugen wollten, mussten Straßen gesperrt und Umleitungen eingerichtet werden. Es wurden Passierscheine ausgestellt und so gelangten wenige Glückliche an den Ort des Geschehens, einem eigentlich nüchtern eingerichteten und unschuldigen Tagesraum im zweiten Stock des Hotels „Strengliner Mühle“. Die meisten aber hingen atemlos an allen verfügbaren Medien, um direkt das Unerhörte zu verfolgen. Ein weltweit bekannter Anbieter hatte eine nicht unbeträchtliche Summe für eine Direktübertragung aufgewendet.

Die Probanten – zehn an der Zahl (davon zwei von „Fremdvereinen“) – samt ihrem unvergleichlichen Trainer schien dies alles wenig zu beeindrucken. Sie blieben ebenso gelassen wie konzentriert und schienen in hohem Maße den Anforderungen des Seminarleiters zu genügen. Notwendige kleine und größere Pausen wurden durch außerordentlich schmackhafte kulinarische Angebote des Hotelrestaurants zu weiteren Höhepunkten dieses Treffens. Nur sehr gelegentlich gab es kleine Irritationen, weil einem Teilnehmer die Koordinaten des königlichen Spieles – wir betonen gerne noch einmal, es ging nur um Schach – abhanden gekommen waren. Doch mit der selbstverständlichen Unterstützung seiner Mitdenker fand er sie bis zum Abschlusstraining am Sonntag alle wieder und fuhr wie die anderen zufrieden nach Hause. Die Redaktion wurde von allen Teilnehmern gebeten, auf diesem Wege ein gewaltiges „Dankeschön“ an Wolfgang Krüger und Mike Schlüter zu übermitteln. Mike hatte erneut alles hervorragend vorbereitet, damit Wolfgang dann mit seiner unermüdlichen, stets aufbauenden, ebenso lustigen wie auch plötzlich unerwartet direkten Art alle zu begeistern vermochte. Jeglicher Anflug einer möglichen aufkommenden Erschöpfung wurde somit sofort im Keime erstickt. Ein Teilnehmer fasste treffend zusammen: „Ich glaube, wir waren nicht das letzte Mal gemeinsam unterwegs!“