Strenglin 2018

Rücke den Bauern!

Wieder einmal trifft sich die Schachabteilung in der Strengliner Mühle zur Vorbereitung auf die neue Saison. Da wird gelabert, geblitzt, gefrotzelt, gelacht und geübt.

Das ist jetzt schon zu einer kleinen Tradition geworden. Bereits zum dritten Mal sind wir für ein Wochenende dort. Wir wollen Spaß und Training. Da passt die ländliche Umgebung prima, hier kann man sich ganz dem Schachtraining widmen. Diesmal haben sich 12 Schachfreunde aus der ersten und der zweiten Mannschaft eingefunden.

Unter der Anleitung unseres erfahrenen Trainers Wolfgang stellen wir immer wieder fest, dass es über das „königliche Spiel“ so viel mehr zu wissen gibt als wir in unseren Schachpartien bedenken. Das Training ist kurzweilig. Bereits am Freitagnachmittag gibt uns Wolfgang Aufgaben „zum Warmwerden“. Das macht Spaß, manche Lösungen finden wir recht schnell, vielleicht sind wir doch nicht ganz doof. Anderes bringt uns zum Grübeln und Knobeln und gelegentlich auch zum Fluchen. Macht nichts, Hauptsache wir steigern unser Schachverständnis. Bis zum Abend sind auch die letzten Berufstätigen eingetroffen, Zeit für die erste Pause.

Da nehmen wir uns doch gerne etwas länger Zeit, schließlich sollen auch das Zusammensein und der Austausch abseits vom Schachbrett nicht zu kurz kommen. Außerdem habe ich Hunger! Aber wer meint, nach dem Abendessen ist schon Schluss, der irrt. Schachspieler gehen ihrem Hobby auch gerne abends nach. Wir spielen ein Blitzturnier, da muss man schnelle Entscheidungen am Brett treffen, denn schließlich ist eine solche Partie in etwa 8 Minuten entschieden. Aber dafür schaffen wir es, 11 Partien pro Person an einem Abend zu spielen. Wieder mal gewinnt wenig überraschend Wolfgang das Turnier, er ist unser stärkster Spieler, nicht umsonst wurde er in diesem Jahr Blitz-Landesmeister der Senioren. Aber jeder spielt so gut er kann und das Vergnügen steht hier im Vordergrund, da sind Fehler erlaubt! Und anschließend gibt es endlich ein Bier.

Der zweite Tag wird noch anstrengender: Der Trainer hat aus seinem unerschöpflichen Repertoire von Partien und Aufgaben einiges zusammengestellt. Kommt nicht zu spät in den Frühstücksraum, um 9 Uhr sollen alle am Brett sitzen. In Partnerarbeit analysieren wir Schachstellungen, finden Angriffspläne und Verteidigungsstrategien und suchen nach dem besten Zug. Was würde wohl ein Großmeister in einer solchen Stellung tun? Meistens sieht die Lösung etwas anders aus als ich gedacht habe, man lernt eben nie aus. Zu zweit kann man diskutieren, ausprobieren, erwägen und verwerfen und gelegentlich auch mal zum Nachbartisch kiebitzen, vielleicht haben die beiden noch eine andere Idee? Na, anscheinend kochen die auch mit Wasser. Wolfgang sieht sich bei den einzelnen Tischen um, gibt gelegentlich Tipps oder schüttelt den Kopf.
Die Lösungen gibt’s nachher. Welches Team hat den richtigen Plan gefunden? Da bleiben unterschiedliche Meinungen nicht aus und nicht immer ist der Königsweg eindeutig, manchmal muss man sich eben einfach entscheiden. Zeit fürs Mittagessen! Das war ein anstrengender Vormittag und wir wissen, dass es nachmittags so weitergehen wird. Aber so sind Schachspieler. Wenn man sich intensiv in das Spiel vertieft, wird die Zeit nebensächlich, das kennt jeder von langen Abenden, die auch gerne mal bis 4 Uhr dauern. Also wieder ran! Hingucken, überlegen, prüfen, nachdenken und nicht zu lange bei einer Aufgabe verharren, da kommen noch einige mehr. Erst das Abendessen bremst uns aus und heute passt dazu auch mehr als ein Bier. Hinterher holen wir die Skatkarten raus, dazu komme ich eigentlich nur noch hier in Strenglin, früher war das anders. Aber nicht alle wollen Karten spielen. Einige von uns sind so auf Schach fixiert, dass auch jetzt nochmal die Figuren bewegt werden, nicht  mit übertriebener Ernsthaftigkeit aber gewinnen möchte man doch!

Spät geht’s für die meisten von uns ins Bett. Auch am Sonntag sitzen wir wieder um 9 Uhr am Brett, schließlich wollen wir etwas lernen! Gelegentlich findet auch mal einer den besten Zug. Und wir finden auch Fragestellungen, mit denen wir uns vertieft beschäftigen wollen. Wie muss man im Endspiel verfahren? Wann kann man mal einen Turm für einen Läufer geben? Wo sind die Drohungen, die zu einem schnellen Matt führen können?

So ist bald der nächste Termin für ein weiteres Training verabredet, sodass wir am Sonntagnachmittag gegen 3 Uhr das Seminar beenden. Es bleibt das Gefühl, einiges mitzunehmen und einige Lücken im eigenen Spiel vermindert zu haben. Hoffentlich begehe ich nicht in der Liga die Fehler, über die wir hier gesprochen haben!

Auch in der jetzt anstehenden Saison wird es wieder Siege und Niederlagen geben, eines ist jedoch sicher: Dieses Wochenende hat unsere Spielstärke verbessert und uns als Mannschaft motiviert. Jetzt setzen wir das um und werden einige gute Ideen in unseren kommenden Partien umsetzen!

(Andreas Lenk)

Strenglin 2019

Im Zeichen der Springergabel

Mit Aufgaben zu diesem Thema begann unser nun schon traditionelles Trainingslager. Zum 4. Mal traf sich fast die komplette 1. Mannschaft und Teile der 2. Mannschaft im sehr schönen Landhotel Strengliner Mühle, um sich ein Wochenende lang mit Schachstellungen und -varianten zu beschäftigen. Im Anschluss an die Einführungsaufgaben folgte eine Einheit zum Thema „richtig abtauschen“. Wir merkten alle, wie schwierig es ist, diesbezüglich die richtige Entscheidung zu treffen. Unser Trainer Wolfgang, der wie immer die vielfältigen und anschaulichen Aufgaben in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt hatte, erläuterte uns immer wieder die Lösung. Nach einem sehr leckeren Abendessen im Restaurant, hatten wir immer noch nicht genug vom Schach. Mit 12 Teilnehmern trugen wir unsere Vereinsblitzmeisterschaft aus, die natürlich Wolfgang – sogar ungeschlagen – gewann. Danach ging es an die Bar, an der bis spät in die Nacht noch einige alkoholischen Getränke vernichtet wurden.

Zur Entspannung eine Runde Skat !

Trotzdem waren am nächsten Morgen alle relativ früh wieder munter, sodass ein intensiver Trainingstag in Angriff genommen werden konnte. Es begann mit einer Lektion (Turm)-Endspiele. In 2er-Gruppen stellten wir beim Ausspielen am Brett immer wieder fest, wie leicht man einen halben Punkt gewinnen bzw. liegen lassen konnte. Sehr abwechslungsreich waren die Punkt-Partien. Dabei wurde am Zentralbrett eine Partie vorgeführt und an bestimmten Stellen mussten wir innerhalb von 3 min. den besten Zug (3 Pkt.) finden – für manche Antworten gab es manchmal wenigstens 1 Trostpunkt. Dieser Wettstreit brachte „Lernen mit Spaß“. Der Tag war noch lang, sodass wir danach Stellungen aus eigenen gespielten Partien miteinander abschätzten und Varianten berechneten. Am Abend merkten wir, dass die „Kopfarbeit“ auch sehr anstrengend und ermüdend ist. Wir ließen den Tag dann – wieder an der Bar – in geselliger Runde und beim Skat spielen ausklingen.

Das gelernte umsetzen…

Natürlich nutzen wir den Sonntag morgen noch zu einer Trainingseinheit, bevor es nach dem gemeinsamen Mittagessen wieder nach Hause ging.

Unser Dank gilt vor allem Wolfgang, der wie immer die verschiedenen Spielstärken gut unter einen Hut brachte und souverän und mit viel Spaß durch das Seminar führte.

Das Wochenende hat nicht nur unseren Schachverstand verbessert, sondern vor allem auch den Teamspirit gestärkt. Und wir sind uns sicher, dass nach dieser gelungenen Vorbereitung einer erfolgreichen Saison und einer Wiederholung im nächsten Jahr nichts im Wege steht! (Bericht: A.Werner; Foto`s: W.Krüger/M.Schlüter)