Strenglin 2017

Ein Wochenende mit Schach – oder die Suche nach den Koordinaten
„Strenglin 2017“


Diesmal blieben Verwunderung oder gar Bestürzung bei den Ortsansässigen aus. Man erinnerte sich – nun wohlwollend – an die „harmlosen Andersartigen“ (Zitat!) mit ihrer Neigung, Holzfiguren auf
quadratischen Brettern zu plazieren. Einer raunte dem anderen zu: „De Klötzchenrücker vun Möllner Schachverein sün all wedder dor!“
Doch im Rest der Republik und weiten Teilen Mitteleuropas gab es recht unerwartete Reaktionen. Was waren da schon G-20-Gipfel, bevorstehende Bundestagswahlen oder weitere pubertäre Ausbrüche eines blond gebleichten US-Amerikaners! Mitteleuropa blickte fasziniert auf ein kleines, verträumtes Dorf im mittleren Holstein: „Strenglin“!
Sofern sich Neugierige persönlich vor Ort überzeugen wollten, mussten
Straßen gesperrt und Umleitungen eingerichtet werden. Es wurden
Passierscheine ausgestellt und so gelangten wenige Glückliche an den Ort
des Geschehens, einem eigentlich nüchtern eingerichteten und
unschuldigen Tagesraum im zweiten Stock des Hotels „Strengliner
Mühle“.
Die meisten aber hingen atemlos an allen verfügbaren Medien, um direkt
das Unerhörte zu verfolgen. Ein weltweit bekannter Anbieter hatte eine
nicht unbeträchtliche Summe für eine Direktübertragung aufgewendet.
Die Probanten – zehn an der Zahl (davon zwei von „Fremdvereinen“) – samt ihrem unvergleichlichen Trainer schien dies alles wenig zu beeindrucken. Sie blieben ebenso gelassen wie konzentriert und
schienen in hohem Maße den Anforderungen des Seminarleiters zu genügen. Notwendige kleine und größere Pausen wurden durch außerordentlich schmackhafte kulinarische Angebote des Hotelrestaurants
zu weiteren Höhepunkten dieses Treffens.
Nur sehr gelegentlich gab es kleine Irritationen, weil einem Teilnehmer
die Koordinaten des königlichen Spieles – wir betonen gerne noch einmal,
es ging nur um Schach – abhanden gekommen waren.
Doch mit der selbstverständlichen Unterstützung seiner Mitdenker fand er
sie bis zum Abschlusstraining am Sonntag alle wieder und fuhr wie die
anderen zufrieden nach Hause.
Die Redaktion wurde von allen Teilnehmern gebeten, auf diesem Wege
ein gewaltiges „Dankeschön“ an Wolfgang Krüger und Mike Schlüter zu
übermitteln. Mike hatte erneut alles hervorragend vorbereitet, damit
Wolfgang dann mit seiner unermüdlichen, stets aufbauenden, ebenso lustigen wie auch plötzlich unerwartet direkten Art alle zu begeistern vermochte. Jeglicher Anflug einer möglichen aufkommenden Erschöpfung wurde somit sofort im Keime erstickt.
Ein Teilnehmer fasste treffend zusammen: „Ich glaube, wir waren nicht das letzte Mal gemeinsam
unterwegs!“

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