Strenglin 2016

Getarnte Amateure als Profis – oder umgekehrt?


Das Dorf Strenglin liegt in Kreis Segeberg, umgeben von der typischen Holsteinischen Knicklandschaft und einem klaren See nicht weit entfernt. Es hat einen Kindergarten, keine Kirche, ein paar Gehöfte – und ein reizvolles Landhotel, das gelegentlich auch von Golfspielern besucht wird.

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Willkommen


Es durfte für sich bisher in Anspruch nehmen, seine Gäste unauffällig, unaufgeregt, gar zuvorkommend auf beschauliche Art und Weise zu verwöhnen. Die Gäste dankten es dem Personal.
Das alles ist nun seit dem vergangenen Wochenende (09.bis 11. September) grundlegend anders.
Es erschienen elf Männer unterschiedlichen Aussehens, zunächst durchaus vertrauenerweckend, die sich umgehend nach ihrer Ankunft in einen Tagungsraum unter dem Dach begaben. Angesichts der hohen
Temperaturen standen die Fenster offen und Gesagtes drang nach draußen. Zufällig mithörende Gäste und Teile des Personals wurden schon bald misstrauisch und man erwog, die Polizei oder gar den Verfassungsschutz zu informieren.
Wörter und Redewendungen wie „einen Bauern schlagen, in den Angriff hinein rochieren, Matt, Aufspießen, attackieren, das ‚Ungewöhnliche‘ in Betracht ziehen, fertig machen, vom Brett fegen“ ließen in diesen unruhigen Zeiten sofort Verbindungen zu Attentätern oder gar Terroristen aufkommen. Und dann diese Sprache in unverständlichen Abkürzungen: „Springer c3, Läuferopfer auf h7, Dame g4 mit Doppelschach, Turm fesselt auf e1 !“ Zweifellos waren einige der Personen gesuchte Spione, die Hand in Hand etwas vorbereiteten.
All diese Eindrücke wurden dauernd von einer klaren Stimme übertönt,

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Wolfgang hat gut lachen.. die mit äußerstem Nachdruck präzise Aufgaben und Forderungen erhob. Da waren weder Zweifel noch Widerspruch möglich ! Manche Gäste also sahen den Erholungswert ihres Aufenthaltes gefährdet und das Personal war eindeutig verunsichert. Glücklicherweise konnten sämtliche Befürchtungen noch vor dem Abendessen
ausgeräumt werden.
Es waren nur 10 Schachspieler und ihr Trainer Wolfgang Krüger des Möllner Schachvereins, die sich – freiwillig – zu einem Trainingswochenende (als Saisonvorbereitung) hierher in Klausur begeben hatten.

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