Strenglin 2019

Im Zeichen der Springergabel

Mit Aufgaben zu diesem Thema begann unser nun schon traditionelles Trainingslager. Zum 4. Mal traf sich fast die komplette 1. Mannschaft und Teile der 2. Mannschaft im sehr schönen Landhotel Strengliner Mühle, um sich ein Wochenende lang mit Schachstellungen und -varianten zu beschäftigen. Im Anschluss an die Einführungsaufgaben folgte eine Einheit zum Thema „richtig abtauschen“. Wir merkten alle, wie schwierig es ist, diesbezüglich die richtige Entscheidung zu treffen. Unser Trainer Wolfgang, der wie immer die vielfältigen und anschaulichen Aufgaben in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt hatte, erläuterte uns immer wieder die Lösung. Nach einem sehr leckeren Abendessen im Restaurant, hatten wir immer noch nicht genug vom Schach. Mit 12 Teilnehmern trugen wir unsere Vereinsblitzmeisterschaft aus, die natürlich Wolfgang – sogar ungeschlagen – gewann. Danach ging es an die Bar, an der bis spät in die Nacht noch einige alkoholischen Getränke vernichtet wurden.

Zur Entspannung eine Runde Skat !

Trotzdem waren am nächsten Morgen alle relativ früh wieder munter, sodass ein intensiver Trainingstag in Angriff genommen werden konnte. Es begann mit einer Lektion (Turm)-Endspiele. In 2er-Gruppen stellten wir beim Ausspielen am Brett immer wieder fest, wie leicht man einen halben Punkt gewinnen bzw. liegen lassen konnte. Sehr abwechslungsreich waren die Punkt-Partien. Dabei wurde am Zentralbrett eine Partie vorgeführt und an bestimmten Stellen mussten wir innerhalb von 3 min. den besten Zug (3 Pkt.) finden – für manche Antworten gab es manchmal wenigstens 1 Trostpunkt. Dieser Wettstreit brachte „Lernen mit Spaß“. Der Tag war noch lang, sodass wir danach Stellungen aus eigenen gespielten Partien miteinander abschätzten und Varianten berechneten. Am Abend merkten wir, dass die „Kopfarbeit“ auch sehr anstrengend und ermüdend ist. Wir ließen den Tag dann – wieder an der Bar – in geselliger Runde und beim Skat spielen ausklingen.

Das gelernte umsetzen…

Natürlich nutzen wir den Sonntag morgen noch zu einer Trainingseinheit, bevor es nach dem gemeinsamen Mittagessen wieder nach Hause ging.

Unser Dank gilt vor allem Wolfgang, der wie immer die verschiedenen Spielstärken gut unter einen Hut brachte und souverän und mit viel Spaß durch das Seminar führte.

Das Wochenende hat nicht nur unseren Schachverstand verbessert, sondern vor allem auch den Teamspirit gestärkt. Und wir sind uns sicher, dass nach dieser gelungenen Vorbereitung einer erfolgreichen Saison und einer Wiederholung im nächsten Jahr nichts im Wege steht! (Bericht: A.Werner; Foto`s: W.Krüger/M.Schlüter)

Strenglin 2016

Getarnte Amateure als Profis – oder umgekehrt?


Das Dorf Strenglin liegt in Kreis Segeberg, umgeben von der typischen Holsteinischen Knicklandschaft und einem klaren See nicht weit entfernt. Es hat einen Kindergarten, keine Kirche, ein paar Gehöfte – und ein reizvolles Landhotel, das gelegentlich auch von Golfspielern besucht wird.

BILD EINFÜGEN

Willkommen


Es durfte für sich bisher in Anspruch nehmen, seine Gäste unauffällig, unaufgeregt, gar zuvorkommend auf beschauliche Art und Weise zu verwöhnen. Die Gäste dankten es dem Personal.
Das alles ist nun seit dem vergangenen Wochenende (09.bis 11. September) grundlegend anders.
Es erschienen elf Männer unterschiedlichen Aussehens, zunächst durchaus vertrauenerweckend, die sich umgehend nach ihrer Ankunft in einen Tagungsraum unter dem Dach begaben. Angesichts der hohen
Temperaturen standen die Fenster offen und Gesagtes drang nach draußen. Zufällig mithörende Gäste und Teile des Personals wurden schon bald misstrauisch und man erwog, die Polizei oder gar den Verfassungsschutz zu informieren.
Wörter und Redewendungen wie „einen Bauern schlagen, in den Angriff hinein rochieren, Matt, Aufspießen, attackieren, das ‚Ungewöhnliche‘ in Betracht ziehen, fertig machen, vom Brett fegen“ ließen in diesen unruhigen Zeiten sofort Verbindungen zu Attentätern oder gar Terroristen aufkommen. Und dann diese Sprache in unverständlichen Abkürzungen: „Springer c3, Läuferopfer auf h7, Dame g4 mit Doppelschach, Turm fesselt auf e1 !“ Zweifellos waren einige der Personen gesuchte Spione, die Hand in Hand etwas vorbereiteten.
All diese Eindrücke wurden dauernd von einer klaren Stimme übertönt,

BILD EINFÜGEN


Wolfgang hat gut lachen.. die mit äußerstem Nachdruck präzise Aufgaben und Forderungen erhob. Da waren weder Zweifel noch Widerspruch möglich ! Manche Gäste also sahen den Erholungswert ihres Aufenthaltes gefährdet und das Personal war eindeutig verunsichert. Glücklicherweise konnten sämtliche Befürchtungen noch vor dem Abendessen
ausgeräumt werden.
Es waren nur 10 Schachspieler und ihr Trainer Wolfgang Krüger des Möllner Schachvereins, die sich – freiwillig – zu einem Trainingswochenende (als Saisonvorbereitung) hierher in Klausur begeben hatten.

Strenglin 2017

Ein Wochenende mit Schach – oder die Suche nach den Koordinaten
„Strenglin 2017“

Diesmal blieben Verwunderung oder gar Bestürzung bei den Ortsansässigen aus. Man erinnerte sich – nun wohlwollend – an die „harmlosen Andersartigen“ (Zitat!) mit ihrer Neigung, Holzfiguren auf quadratischen Brettern zu plazieren. Einer raunte dem anderen zu: „DeKlötzchenrücker vun Möllner Schachverein sün all wedder dor!“. Doch im Rest der Republik und weiten Teilen Mitteleuropas gab es recht unerwartete Reaktionen. Was waren da schon G-20-Gipfel, bevorstehende Bundestagswahlen oder weitere pubertäre Ausbrüche eines blond gebleichten US-Amerikaners! Mitteleuropa blickte fasziniert auf ein kleines, verträumtes Dorf im mittleren Holstein: „Strenglin“!

G-20-Gipfel … und die Straßen sind leer !

Sofern sich Neugierige persönlich vor Ort überzeugen wollten, mussten Straßen gesperrt und Umleitungen eingerichtet werden. Es wurden Passierscheine ausgestellt und so gelangten wenige Glückliche an den Ort des Geschehens, einem eigentlich nüchtern eingerichteten und unschuldigen Tagesraum im zweiten Stock des Hotels „Strengliner Mühle“. Die meisten aber hingen atemlos an allen verfügbaren Medien, um direkt das Unerhörte zu verfolgen. Ein weltweit bekannter Anbieter hatte eine nicht unbeträchtliche Summe für eine Direktübertragung aufgewendet.

Die Probanten – zehn an der Zahl (davon zwei von „Fremdvereinen“) – samt ihrem unvergleichlichen Trainer schien dies alles wenig zu beeindrucken. Sie blieben ebenso gelassen wie konzentriert und schienen in hohem Maße den Anforderungen des Seminarleiters zu genügen. Notwendige kleine und größere Pausen wurden durch außerordentlich schmackhafte kulinarische Angebote des Hotelrestaurants zu weiteren Höhepunkten dieses Treffens. Nur sehr gelegentlich gab es kleine Irritationen, weil einem Teilnehmer die Koordinaten des königlichen Spieles – wir betonen gerne noch einmal, es ging nur um Schach – abhanden gekommen waren. Doch mit der selbstverständlichen Unterstützung seiner Mitdenker fand er sie bis zum Abschlusstraining am Sonntag alle wieder und fuhr wie die anderen zufrieden nach Hause. Die Redaktion wurde von allen Teilnehmern gebeten, auf diesem Wege ein gewaltiges „Dankeschön“ an Wolfgang Krüger und Mike Schlüter zu übermitteln. Mike hatte erneut alles hervorragend vorbereitet, damit Wolfgang dann mit seiner unermüdlichen, stets aufbauenden, ebenso lustigen wie auch plötzlich unerwartet direkten Art alle zu begeistern vermochte. Jeglicher Anflug einer möglichen aufkommenden Erschöpfung wurde somit sofort im Keime erstickt. Ein Teilnehmer fasste treffend zusammen: „Ich glaube, wir waren nicht das letzte Mal gemeinsam unterwegs!“